Wolle im Sommer klingt widersprüchlich – ist aber die cleverste Wahl bei Hitze. Feine Merinowolle nimmt Schweiß als Dampf auf, bevor er auf der Haut zu Nässe wird, und kühlt über Verdunstung. Sie bleibt trocken, schützt vor UV und – der entscheidende Sommer-Vorteil – sie riecht nicht, während Polyester nach Stunden müffelt. Hier erklären wir die Faser-Physik dahinter und zeigen, welche Teile sich für heiße Tage eignen.
- Merino kühlt aktiv. Feuchtigkeit verdunstet aus der Faser und zieht Wärme von der Haut weg
- Dampf statt Nässe. Wolle fängt Schweiß als Dampf ab – Synthetik transportiert ihn erst, wenn die Haut schon nass ist
- Riecht nicht. Wolle speichert im Schnitt rund 66 % weniger Körpergeruch als Polyester
- Natürlicher UV-Schutz bis UPF 30+ – je nach Strickdichte und Farbe
- Ideal für Reise & Hitze: mehrere Tage tragbar, ohne zu waschen – einfach lüften
- Nachhaltiger als Synthetik: kein Mikroplastik, biologisch abbaubar, nachwachsend
Wolle bei Hitze – kühlt Merinowolle wirklich?
Die ehrliche Antwort vorweg: ja. Und zwar nicht trotz, sondern wegen ihrer Faserstruktur. Das klingt im ersten Moment widersinnig – Wolle assoziiert man mit dem dicken Troyer bei Nordwestwind, nicht mit 30 °C in der prallen Sonne. Aber feine Merinowolle und ein grober Winterpullover haben außer dem Rohstoff wenig gemeinsam.
Der Kühleffekt funktioniert über denselben Mechanismus, mit dem Dein Körper sich selbst kühlt: Verdunstung. Wenn Du schwitzt, kühlt nicht das Schwitzen an sich – sondern das Verdunsten der Feuchtigkeit. Genau hier setzt Merino an. Die Faser nimmt Feuchtigkeit von der Haut auf (bis zu rund 35 % ihres Eigengewichts), bindet sie im Faserinneren und gibt sie nach außen an die Luft ab. Bei der Verdunstung wird der Haut Wärme entzogen – Du fühlst Dich kühler.
Der entscheidende Unterschied zu allen anderen Stoffen liegt im Zeitpunkt: Merinowolle fängt Schweiß bereits als Dampf ab, bevor er auf der Haut zu flüssiger Nässe kondensiert. Synthetik-Funktionsstoffe transportieren Feuchtigkeit erst dann, wenn sie schon als Tropfen auf der Haut sitzt – Du warst also bereits nass. Wolle überspringt diesen Schritt. Das ist der Grund, warum sich ein Merino-Shirt bei Hitze trocken anfühlt, während ein Baumwoll-Shirt klamm wird und ein Polyester-Shirt klebt.
Dazu kommt die innere Struktur der Faser: Der gekräuselte Faserkern schließt winzige Luftkammern ein. Diese Luftschicht wirkt in beide Richtungen – im Winter hält sie Körperwärme drin, im Sommer puffert sie die Hitze von außen ab. Die Faser reagiert also auf Deine Körpertemperatur und auf die Umgebung. Eine Art körpereigene Klimaanlage, nur ohne Strom.
Das unangenehme Hitzegefühl beginnt meistens nicht mit der Temperatur, sondern mit Feuchtigkeit direkt an der Haut. Sobald sich ein feuchter, warmer Film unter dem Stoff bildet, fühlt es sich stickig an. Merino hält diesen Mikroklima-Bereich trockener als Baumwolle und Synthetik – und genau das macht den gefühlten Unterschied an heißen Tagen aus.
Merino vs. Synthetik vs. Baumwolle – der Sommer-Vergleich
Im Sommer treten drei Fasern gegeneinander an: Baumwolle (der Klassiker), Synthetik (das „Funktions"-Shirt) und Merinowolle. Bei moderaten Temperaturen schenken sie sich nicht viel. Aber bei Hitze, Schweiß und langen Tagen zeigt sich der Unterschied deutlich – vor allem gegenüber Polyester.
| Eigenschaft | Merinowolle | Synthetik (Polyester) | Baumwolle |
|---|---|---|---|
| Kühleffekt | Aktiv – Verdunstungskälte aus der Faser | Transportiert Feuchtigkeit, kühlt aber kaum aktiv | Kein aktiver Kühleffekt, speichert Wärme |
| Feuchtigkeit | Bis ~35 % Aufnahme, fühlt sich trocken an | Nimmt kaum Feuchtigkeit auf, leitet sie an der Oberfläche | Saugt sich voll, bleibt klamm |
| Wann es wirkt | Fängt Schweiß als Dampf ab, bevor die Haut nass wird | Wirkt erst, wenn die Haut bereits feucht ist | Wird nass und bleibt es |
| Geruch | Bleibt tagelang frisch – ~66 % weniger als Polyester | Riecht oft schon nach Stunden | Riecht nach einem Tag Schwitzen |
| UV-Schutz | UPF 30+ (je nach Gewebe) | Stark unterschiedlich, oft gering | UPF 5–15 (je nach Dichte) |
| Hautgefühl | Weich bei 19 µm, klebt nicht | Kann sich glatt, aber „plastikartig" anfühlen, klebt feucht | Angenehm trocken, klamm bei Feuchtigkeit |
| Waschen | Selten nötig – Lüften reicht meist | Nach jedem Tragen (Geruch) | Nach jedem Tragen |
Quellen: Woolmark: Wool Fibre Facts & Benefits, Woolmark: Wool is naturally odour resistant
Viele unserer Kunden tragen ihr Merino-Shirt das ganze Jahr – im Winter als Baselayer, im Sommer solo. Der Sommer ist dabei der ehrlichste Test: Wer einmal einen langen, heißen Tag in Merino verbracht hat und abends feststellt, dass das Shirt noch frisch riecht, versteht den Unterschied schneller als jede Tabelle ihn erklären kann.
Und was ist mit Leinen?
Der klassische Sommer-Konkurrent fehlt in der Tabelle bewusst, weil er anders funktioniert: Leinen kühlt vor allem über seine offene, luftige Webstruktur und trocknet schnell. Für kurze, trockene Hitze – Terrasse, Glas Wein, wenig Bewegung – ist das herrlich. Der Haken: Leinen nimmt flüssigen Schweiß schnell auf, hält ihn nah an der Oberfläche und zeigt Schweißflecken fast sofort. Es knittert stark und bindet Geruch nicht im Faserinneren wie Wolle – die Geruchskontrolle hängt allein daran, wie schnell es trocknet. Auch beim UV-Schutz schneidet das offene Leinengewebe schwächer ab: In einer Untersuchung von 236 Stoffen fielen Leinen, Baumwolle, Nylon und Viskose deutlich durch, während Merino alle Tests bestand. Kurz: Leinen für kurze, ruhige Hitzetage – Merino für lange, aktive, schweißige Tage und alles, was ein Teil über mehrere Situationen hinweg leisten muss.
Dampf statt Nässe: Merino nimmt Schweiß als Dampf auf, bevor die Haut nass wird – Synthetik wirkt erst danach.
Geruchsneutral bei Hitze – warum Merino nicht müffelt
Das ist der unterschätzteste Sommer-Vorteil – und der, bei dem Merino am deutlichsten gewinnt. Zuerst ein Faktencheck: Schweiß selbst riecht nicht. Frisch ist er nahezu geruchlos. Der Geruch entsteht erst, wenn Bakterien auf der Haut und im Stoff den Schweiß zersetzen und dabei riechende Stoffe produzieren.
Und genau hier macht die Faser den Unterschied. Synthetik-Fasern haben eine glatte Oberfläche, an der Bakterien gut haften und sich vermehren – dazu halten sie Feuchtigkeit an der Oberfläche, also genau in dem warmen, feuchten Mikroklima, das Bakterien lieben. Merinowolle macht das Gegenteil:
- Trockenes Milieu: Weil die Faser Feuchtigkeit ins Innere zieht, bleibt die Oberfläche trocken – Bakterien fehlt der Nährboden.
- Schuppige Faserstruktur: Die Keratin-Oberfläche der Wollfaser ist mikroskopisch schuppig und bietet Bakterien deutlich schlechteren Halt als glattes Synthetik.
- Geruch wird gebunden: Geruchsmoleküle lagern sich im Faserinneren ein, statt an der Oberfläche zu sitzen – sie werden quasi „weggesperrt", bis Du das Teil wäschst.
Wie groß der Effekt ist, zeigt eine neuseeländische Untersuchung mit 13 geschulten Geruchsprüfern: Wollstoffe speicherten im Schnitt rund 66 % weniger Körpergeruch als Polyester und etwa 28 % weniger als Baumwolle (Woolmark). Im Alltag heißt das: ein Merino-Shirt auf Reisen oder am Festival-Wochenende, das auch am dritten Tag noch tragbar ist.
Bei Merino gilt nicht „nach jedem Tragen waschen", sondern: erst waschen, wenn Du es wirklich riechst. Bis dahin reicht Lüften. Das schont die Faser, spart Wasser und Strom – und ist im Sommer auf Reisen ein echter Gepäck-Vorteil.
Wollkleidung für den Sommer: Unsere Empfehlungen
Im Sommer fällt der schwere Troyer (26 µm) raus – der ist für Wind und Wetter auf dem Wasser gebaut. Der Sommer gehört der feinen Merinowolle mit 19 µm, am liebsten kurzärmlig und solo getragen. Ein wichtiger Punkt aus der Materialkunde: Fürs Hitzegefühl zählt nicht nur die Mikronzahl (die Faserstärke), sondern fast noch mehr das Flächengewicht des Gestricks (g/m²). Ein leichtes, fein gestricktes Single-Jersey „lüftet" am besten selbst und ist die kühlste Wahl bei Hitze – ein dichter, schwerer Strick wärmt auch aus feiner Wolle.
Merino-Shirt Kurzarm – der Sommer-Held
Das RYMHART Shirt ist im Sommer das naheliegendste Teil: 100 % naturbelassene Merinowolle aus Neuseeland, 19 Mikrometer, ohne Superwash oder Kunststoffbeschichtung. Kurzarm, leicht, direkt auf der Haut tragbar – und am Ende eines heißen Tages immer noch frisch. Wer es etwas länger mag, greift zur Langarm-Variante, die an der Küste auch als luftiger UV-Schutz funktioniert.
Henley – luftig am Hals, leger im Schnitt
Das RYMHART Henley ist eines der sommerlichsten Teile im Sortiment: Der offene Knopfkragen lässt Luft an den Hals, der Schnitt ist leger und direkt auf der Haut tragbar. Genau das Teil zwischen T-Shirt und Polo – wenn ein Rundhals zu schlicht, ein Kragen aber zu viel ist. Für heiße, entspannte Tage eine schöne Alternative zum klassischen Shirt.
Poloshirt – ein Stück schicker
Das RYMHART Poloshirt und die Langarm-Variante bestehen aus derselben 19-µm-Merinowolle, nur mit Kragen. Der Allrounder für Tage zwischen Büro, Terrasse und Abendessen draußen – wenn ein T-Shirt zu leger wäre, aber alles andere zu viel.
Leichter Troyer oder Pullover – für kühle Sommerabende
Der Sommer ist nicht nur Mittagshitze. Sobald die Sonne weg ist – am Wasser, abends auf dem Balkon, auf der Nachtfähre – wird es schnell frisch. Genau dafür ist der RYMHART Troyer leicht gemacht: feiner gestrickt, leicht, direkt auf der Haut tragbar. Tagsüber im Rucksack, abends übergezogen. Wer es lieber klassisch mag, greift zum RYMHART Pullover – ebenfalls 100 % extrafeine Merinowolle (19 µm), etwas dichter gestrickt und damit die wärmere Schicht für kühlere Abende.
Für heiße Tage mit kühlen Abenden: Merino-Shirt Kurzarm als Basis, leichter Troyer für später im Gepäck. Ein Shirt, das man mehrere Tage tragen kann, plus eine leichte Schicht für den Abend – mehr braucht ein Sommer-Wochenende nicht.
Ein Shirt, ein leichter Troyer, mehrere Tage: das Merino-Sommer-Setup fürs leichte Gepäck.
Merino im Sommer: Reise, Stadt, Outdoor
Die Eigenschaften der Faser zahlen sich gerade dort aus, wo es im Sommer drauf ankommt:
- Reise & Backpacking: Ein Shirt, mehrere Tage, kaum Gepäck. Lüften statt waschen – das spart Platz im Koffer und Zeit am Waschbecken.
- Stadt bei Hitze: Vom klimatisierten Büro raus in die Mittagssonne und wieder rein – die Faser puffert genau diese Sprünge ab, statt Dich erst auskühlen und dann überhitzen zu lassen.
- Outdoor & Sport: Joggen, Radfahren, Wandern, Segeln – Merino transportiert Schweiß effektiv ab und bleibt geruchsneutral, auch bei Anstrengung. Plus: spürbar besserer UV-Schutz als ein dünnes Baumwoll-Shirt.
- Empfindliche Haut: Gerade bei Hitze und Schweiß zählt der direkte Hautkontakt – und 19-µm-Merino liegt unter der Kratz-Schwelle der allermeisten Menschen. Mehr dazu in Wolle kratzt? Warum – und welche nicht und Wolle für Allergiker.
Dieser Beitrag dreht sich um Hitze. Wenn das Wetter dagegen schwankt – Frost am Morgen, Sonne am Mittag – lohnt der Blick in unseren Beitrag Wolle im Frühling. Dort geht es ums Schichten und die Übergangszeit. Zusammen decken beide das ganze warme Halbjahr ab.
Pflege im Sommer: Lüften statt waschen
Gerade im Sommer spielt Merino seine pflegeleichte Seite aus. Weil die Faser Gerüche auf natürliche Weise hemmt, musst Du sie deutlich seltener waschen als Baumwolle oder Synthetik.
- Nach dem Tragen: Über Nacht an die frische Luft hängen – Balkon, offenes Fenster, über einen Stuhl. Am nächsten Morgen ist das Shirt wieder frisch.
- Waschen nur bei Bedarf: Erst wenn das Teil tatsächlich verschmutzt ist oder riecht. Dann sanft mit einem Wollwaschmittel mit Lanolin, Handwäsche oder Wollprogramm, maximal 30 °C.
- Kein Weichspüler, kein Trockner: Beides schadet der Faser. Liegend oder auf dem Bügel trocknen – Details in unseren Pflegehinweisen.
Nachhaltigkeit: der unsichtbare Sommer-Vorteil
Sommer ist Hochsaison für synthetische Funktionskleidung – Sport-Shirts, Laufsachen, „atmungsaktive" Polyester-Teile. Und genau da hat Synthetik eine Kehrseite, über die selten gesprochen wird: Mikroplastik. Jede Wäsche eines Kunstfaser-Teils spült winzige Plastikfasern ins Abwasser, die in Flüssen, Meeren und am Ende in der Nahrungskette landen. Wolle hat dieses Problem nicht – sie ist eine Naturfaser und gibt kein Mikroplastik ab.
Dazu kommt: Reine Wolle ist biologisch abbaubar. Am Ende ihres langen Lebens zersetzt sie sich im Boden innerhalb weniger Monate und gibt dabei Nährstoffe wie Stickstoff zurück an die Erde – während synthetische Fasern über Jahrzehnte bestehen bleiben. Und Wolle ist ein nachwachsender Rohstoff: Solange Gras wächst, liefern Schafe neue Wolle.
Der vielleicht unterschätzteste Punkt steckt aber im Alltag: seltener waschen, länger tragen. Weil Merino kaum gewaschen werden muss, spart das über die Jahre viel Wasser, Strom und Mikrofaser-Abrieb. Und je öfter ein Teil getragen wird, desto besser seine Bilanz – wird ein Kleidungsstück 400 statt 109 Mal getragen, sinkt seine Umweltwirkung laut einer Lebenszyklus-Analyse um bis zu 60 %. Ein langlebiges Merino-Shirt, das Du jahrelang trägst, schlägt jedes „günstige" Synthetik-Shirt, das nach einer Saison ausgedient hat.
Wir bauen unsere Sachen genau auf diese Langlebigkeit hin: naturbelassene Wolle ohne Superwash-Kunststoff, azofarbstoff- und schwermetallfrei gefärbt, gefertigt in Stade mit kurzen Wegen und Direktvertrieb. Statt wegzuwerfen, kannst Du Dein Stück auffrischen und reparieren lassen – und es gibt sogar einen Secondhand-Kreislauf. Ein RYMHART ist als Gegenentwurf zur Wegwerfmode gedacht.
Quellen: Woolmark: Wool is biodegradable, Woolmark: Clothing and microplastic pollution
Ehrlich gesagt: Was Merino im Sommer nicht kann
Wir sind überzeugt von Merinowolle – aber wie beim Frühlingsbeitrag gilt: Nur die Vorteile zu nennen, wäre nicht ehrlich. Ein paar Punkte solltest Du kennen:
- Bei extremer Hitze und starkem Schwitzen stößt jede Faser an Grenzen. Irgendwann produziert Dein Körper Wärme und Feuchtigkeit schneller, als die Wolle sie abtransportieren kann. Merino bleibt dann zwar angenehmer als Synthetik – ein Wunder bei 38 °C in der prallen Sonne ist es aber auch nicht.
- Sehr fein und offen gestrickte Sommerqualitäten schützen weniger vor UV als ein dichter Winterstrick. Der UPF-Wert hängt von Strickdichte und Farbe ab – bei sehr luftigem Gestrick ist er niedriger. Und: Sobald der Stoff durchgeschwitzt oder nass ist, sinkt der UV-Schutz deutlich – das gilt für jede Faser. Ein Merino-Shirt ersetzt also keine Sonnencreme an exponierten Stellen.
- Höherer Preis: Ein Merino-Shirt kostet mehr als ein Baumwoll- oder Polyester-Shirt – beim ersten Blick aufs Preisschild ein echter Nachteil. Dafür hält es bei guter Pflege deutlich länger und muss seltener gewaschen werden. Auf die Lebensdauer und pro getragenem Tag gerechnet, relativiert sich der Mehrpreis.
- Empfindlicher in der Pflege: Merino gehört nicht in den Trockner, will ein sanftes Wollprogramm oder Handwäsche (max. 30 °C) und keinen Weichspüler. An Reibungsstellen – etwa unter Rucksackgurten auf der Sommerreise – kann sich Pilling bilden. Und nach der Wäsche trocknet Wolle langsamer als Leinen oder Synthetik – bei schwülem Sommerwetter solltest Du das einplanen. Wie es richtig geht, steht in unseren Pflegehinweisen.
- Mottenschutz nicht vergessen: Wolle ist ein Naturprodukt – und damit für Motten interessant. Gerade im Sommer, wenn die dickeren Wollteile im Schrank liegen, gilt: sauber einlagern (Schweiß- und Speisereste locken Motten an), luftig und dunkel, am besten mit Lavendel oder Schlupfwespen als natürlichem Schutz.
Die ganze Sommer-Physik in diesem Beitrag – Dampfaufnahme, trockene Oberfläche, im Faserinneren gebundener Geruch – hängt an der intakten, schuppigen Keratin-Oberfläche der Wollfaser. Das gängige „Superwash"-Verfahren glättet genau diese Schuppen und versiegelt die Faser mit einer dünnen Kunststoffschicht, damit sie maschinenwaschbar wird. Unsere Wolle bleibt bewusst naturbelassen, ohne Superwash – so bleibt der natürliche Mechanismus vollständig erhalten. Mehr zu Herkunft und Faser in Unsere Wolle.
Fazit: Im Sommer ist Wolle nicht der Kompromiss – sondern der Trick
Merinowolle im Sommer ist kein Widerspruch, sondern Physik. Die Faser kühlt über Verdunstung, hält die Haut trocken, schützt vor UV und – das Killer-Argument an heißen Tagen – sie riecht nicht, während Synthetik nach Stunden aufgibt.
Das Vorurteil „Wolle ist zu warm für den Sommer" stammt aus einer Zeit grober, schwerer Wolle. Feine 19-µm-Merinowolle, kurzärmlig und leicht gestrickt, hat damit nichts zu tun. Sie ist genau für die Tage gemacht, an denen Baumwolle klamm wird und Polyester müffelt.
Wir tragen unsere eigenen Sachen das ganze Jahr – auch im Hochsommer. Das ist kein Slogan, sondern Alltag in der Manufaktur in Stade.
Sommer in Merino
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Merino-Shirts entdeckenHäufig gestellte Fragen
Ist Merinowolle im Sommer nicht zu warm?
Nein. Feine Merinowolle (19 µm) kühlt bei Hitze sogar aktiv: Sie nimmt Schweiß als Dampf auf und gibt ihn über Verdunstung nach außen ab – dabei wird der Haut Wärme entzogen. Ein leichtes, kurzärmliges Merino-Shirt fühlt sich bei warmem Wetter angenehmer an als Baumwolle, weil es nicht klamm wird. Zu warm ist Wolle nur, wenn sie grob und schwer ist.
Kühlt Wolle wirklich – oder fühlt sie sich nur trocken an?
Beides. Merino fängt Schweiß als Dampf ab, bevor er auf der Haut zu Nässe wird – deshalb fühlt sich die Haut trocken an. Gleichzeitig verdunstet die aufgenommene Feuchtigkeit aus der Faser und entzieht der Haut dabei Wärme, das ist der eigentliche Kühleffekt (Verdunstungskälte). Dünne, fein gestrickte Qualitäten kühlen am besten.
Merino oder Polyester bei Hitze – was ist besser?
Für lange, heiße Tage in der Regel Merino. Polyester transportiert Feuchtigkeit erst, wenn die Haut schon nass ist, und riecht durch Bakterien auf der glatten Faseroberfläche oft schon nach Stunden. Merino bleibt trockener und deutlich länger geruchsneutral – in einer Untersuchung rund 66 % weniger Körpergeruch als Polyester.
Welche RYMHART-Produkte eignen sich für den Sommer?
Am besten das Merino-Shirt Kurzarm, das Henley und das Poloshirt – leicht, kühlend, direkt auf der Haut tragbar. Für kühle Sommerabende der leichte Troyer oder der Pullover. Alle aus 19-µm-Merinowolle. Der schwere Troyer (26 µm) ist dagegen eher für Wind und Wetter gemacht und im Hochsommer zu warm.
Warum riecht Merinowolle nicht, auch nach Tagen?
Weil Schweiß selbst geruchlos ist – der Geruch entsteht erst durch Bakterien. Merino hält die Oberfläche trocken und bindet Geruchsmoleküle im Faserinneren, die schuppige Keratin-Struktur bietet Bakterien zudem schlechten Halt. Synthetik tut das Gegenteil. Deshalb reicht bei Merino oft Lüften statt Waschen.
Kann ich ein Merino-Shirt im Sommer beim Sport tragen?
Ja, und es hat Vorteile: Merino transportiert Schweiß ab, bleibt geruchsneutral und reguliert die Temperatur besser als Baumwolle. Für Joggen, Radfahren, Wandern oder Segeln im Sommer ist ein leichtes Merino-Shirt eine ausgezeichnete Wahl. Bei sehr intensiver Belastung und Hitze stößt allerdings jede Faser irgendwann an ihre Grenze.
Schützt Merinowolle vor der Sommersonne?
Wolle hat einen natürlichen UV-Schutz von bis zu UPF 30+, abhängig von Strickdichte und Farbe – mehr als die meisten Baumwollstoffe. Bei sehr fein und offen gestrickten Sommerqualitäten fällt der Wert allerdings niedriger aus. Als grundsätzlicher Schutz ist Merino gut, ersetzt an exponierten Stellen aber keine Sonnencreme.
- Feuchtigkeitsaufnahme (bis ~35 %; 2× Baumwolle, 30× Polyester): Woolmark – Wool is naturally odour resistant; IWTO – Wool and Skin
- Geruch (Schweiß selbst ist geruchlos; Wolle ~66 % weniger als Polyester, ~28 % weniger als Baumwolle): Woolmark – Wool reduces body odour
- UV-Schutz (UPF typ. 20–50, Baumwoll-Shirt ~10; sinkt deutlich bei Nässe): IWTO – UV Protection and Wool
- Verdunstungskühlung & Dampfaufnahme vor Nässe: Woolmark – Wool Fibre Facts & Benefits
- Superwash (glättet die Schuppen, versiegelt mit Polymer): Farm & Fiber Knits – What Is the Superwash Process
- Leinen (kühlt über Luftigkeit, trocknet schnell): Popular Science – Best fabrics for hot weather. Schwächerer UV-Schutz von Leinen (236-Stoffe-Studie): IWTO – How wool provides protection against sunlight
- Nachhaltigkeit (kein Mikroplastik, biologisch abbaubar, „länger tragen"-LCA, 1.900 Fasern pro Wäsche): Woolmark – Wool is biodegradable; Woolmark – Clothing and microplastic pollution
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- Unsere Wolle: Herkunft, Faserstärke, Eigenschaften
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Wollkleidung einlagern: So bringst Du Troyer & Pullover mottensicher durch den Sommer